Street-Photography: «Kill your darlings» mit der Joshua Monten Dance Company

Fotos von der Performance «Kill your darlings» (Joshua Monten Dance Company), entstanden im Rahmen der Foto Reportagen für das Tanzfestival Young ID Zug.

Was ganz harmlos als ein vermeintliches «Himmel und Hölle»-Spiel beginnt entwickelt sich im Verlauf der Choreografie zu einem tänzerischen Feuerwerk mit akrobatischen Einlagen. Aus simplen Kreidefiguren, auf den Asphalt gezeichnet, wird eine Geschichte, die auch die Zuschauer miteinbezieht. Manch zufällig vorbeigehende Person sieht sich so plötzlich ins Geschehen miteinbezogen – findet sich plötzlich auf einer Bühne wieder.

Street-Photography heisst immer auch Available Light-Fotografie

Die Lichtführung ist bei jeder Bühnenproduktion ein wichtiger Faktor. In der Street-Photography gibt es nur einen grossen Scheinwerfer, der je nach Tageszeit unterschiedlich am Himmel steht – «Available Light», «Verfügbares Licht» nennt man das in der Fotografie. Im Fall von «Kill your Darlings» schuf die Sonne ein reizvolles Schattenspiel. Es schien beinahe, als hätten die zwei Tänzer zwei Alter Egos, die ein unabhängiges Leben führen, die eigene Choreografie tanzen. Besonders schön kommt das bei den Sprung-Fotos zum Ausdruck – die Schattenfiguren sind da losgelöst von den Tänzern und erzählen auf dem Asphalt ihre eigene Geschichte.

 

Bühnen-Fotografie im öffentlichen Raum oder Street-Photography?

Die Bühne ist die Strasse, in diesem Fall am Vorstadtquai in Zug. Für mich als Fotograf sind Tanzaufführungen im öffentlichen Raum eine besondere Herausforderung – wird doch so aus einem Inhalt, der normalerweise auf einer Bühne stattfindet, eine veritable Street-Photograph-Geschichte.

Das spannende an Joshua Montens Choreografie ist die Kombination von rascher, tänzerischer Action mit ruhigen Bildern, bei denen die beiden Tänzer fast skulpturalen Charakter annehmen. Teilweise bilden sie zu zweit statische Figuren, die von den Beiden einiges an sportlicher Fertigkeit fordern.

Als Fotograf stellt sich hier immer wieder die Frage: Wieviel vom Umfeld will ich mit einbeziehen? Oder aber: Wie stark möchte ich die zwei Tänzer fotografisch aus ihrem Umfeld lösen und so den skulpturalen Charakter ihres Stückes betonen – der übrigens eine grosse Stärke ist? Worauf richte ich den Fokus der Aufmerksamkeit, auf die Tänzer, auf die Zuschauer, auf das Geschehen am Rand?

Dies sind die fotografischen Fragen – die Antworten finden Sie in den Fotos selber.

 

 

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